Verliebt, verheiratet ... verkracht, getrennt

Kennen Sie den stammtisch-erprobten Spruch, dass "zu einer Beziehung immer 2 gehören"? Das ist (meistens) richtig. Aber daraus den Schluss zu ziehen, dass auch am Scheitern einer Beziehung immer beide Partner gleichermaßen "Schuld" tragen, das ist natürlich Unfug. Es reicht auch ein unwilliger Partner, um die Beziehung scheitern zu lassen.

Eine interessante Statistik vom Statistischen Bundesamt: Männer heiraten durchschnittlich zwischen dem 32. und dem 33. Geburtstag, Frauen zwischen dem 29. und dem 30 Geburtstag. Die Eheschließungen gehen seit 2004 zurück - aber auch die Ehescheidungen.

Gleich und Gleich gesellt sich gern? Oder: Gegensätze ziehen sich an? Was denn nun? Beides?

Ja, beides. Zuerst ist es meist die Andersartigkeit, die neugierig macht und ihren Reiz ausübt. Dann entdeckt man Gemeinsamkeiten und findet Übereinstimmungen.

Und dann?

Was sind die Voraussetzungen für langfristige glückliche Partnerschaften? Hier kommt jede Untersuchung zu anderen Ergebnissen und Feststellungen (Behauptungen?) - je nachdem, wer da untersucht. Aber natürlich gibt es unbestrittene Voraussetzungen für gesunde, dauerhafte und glückliche Paarbeziehungen:


  • Beide Partner hatten bereits vorher Partnerschaften
  • Beide Partner sind nicht zu jung (ab etwa 28)
  • Beide kommen aus ähnlichen Herkunftsfamilien
  • Die Elternpaare von beiden sind oder waren langjährig zusammen
  • Beide Partner haben ähnliche Wertvorstellungen und Erwartungen an ihr Leben
  • Das Paar empfindet die gemeinsame Sexualität als beglückend
  • Die Verliebtheitsphase und die Ernüchterungsphase der Partnerschaft sind durchlaufen und das Paar liebt sich

Wenn möglichst viele der genannten Voraussetzungen erfüllt sind, ist eine lange, glückliche Beziehung möglich. Aber natürlich nicht garantiert. Die Menschen ändern sich und die Beziehung kann ins Schlingern kommen oder gänzlich scheitern. 51% aller Ehen werden in Deutschland geschieden (in Städten mehr, auf dem Land weniger). Und natürlich ist die endgültige Trennung nur das äußerliche Ende der Ehe - die Beziehung geht lange vorher in die Brüche.

Was sind die häufigsten Ursachen für das Scheitern einer Beziehung?

  • Abwertung und Missachtung des Partners
  • Erfahrungen, Gefühle, Wünsche, Bedürfnisse und Gedanken werden nicht mitgeteilt, Konflikte werden nicht geklärt
  • Überzogene Erwartungen an die Partnerschaft, Kompromisslosigkeit, oder die Gleichgültigkeit gegenüber der Beziehung und gegenüber dem/der Partner/in
  • Emotionale Erpressungungen und die Forderung, dass der/die Partner/in sich nach den Vorstellungen des/der anderen zu richten hat
  • Unzuverlässigkeit bei Vereinbarungen, Pflichten und Absprachen


Kurz gesagt: etwa 80% der Probleme, die zwischen Partnern auftreten, egal ob verheiratet oder nicht, sind Kommunikations- und Verständnisprobleme im weitesten Sinn.

In anderen Worten: etwa 80% der gescheiterten Beziehungen sind gescheitert aus Gründen, die mit rechtzeitigem Gegensteuern hätten geklärt werden können.

Nicht immer ist die Anwesenheit beider Partner bei einer erfolgreichen Beratung erforderlich. Oft kommt es schon zu einer spürbaren Verbesserung der Beziehung, wenn sich einer von beiden verändert, denn die Veränderung eines der Partner verändert ja schon die Dynamik der Beziehung. Und oft kommt der zweite Partner auch hinzu, wenn er die Veränderungen des anderen wahrnimmt.

Läuft in Ihrer Beziehung etwas schief? Rufen Sie mich an oder schicken Sie eine Mail.
Ich mache übrigens auch Beratungstermine am Abend und Samstags.